so nebenbei ...
Schnee soweit,
bis das Auge reicht
weiße Unschuld
doch die weiße Stille täuscht -
die Welt brodelt darunter weiter
Feuer und Flamme erhitzen die Gemüter
trotz Kaltfront und Schnemassen
Machtgier braucht keine Wärme
In der Kälte erfrieren nur die,
die nicht zählen, die nichts besitzen ...
© Nelly I.
Im Alleinsein
lernen die Worte sprechen
sie sagen dies und jenes
ich kann hören,
wenn sie fröhlich
oder traurig sind
sie lügen nie
sie sagen,
was sie denken
ohne die Welt schön zu malen
ich muss sie nehmen,
wie sie kommen,
was sie meinen
diese Worte
in meiner Tiefe
bin ich
fröhlich oder traurig
das püre ich,
wenn die Worte
aus der Tiefe
zu mir sprechen
niemand kann sie hören,
nur die Stille und ich ...
© Nelly I.
Er sah mich nicht
doch ich sah die Einsamkeit
in seinem Gesicht -
nicht nur die Scheibe trennte uns,
auch die Jahre zwischen uns,
die Zeit, die ohne uns weiterging -
Ob er noch die Jahre ohne mich zählt ...?
Die Tage mit Ihm sind schon verblasst,
in die Vergangenheit gerückt -
auch die letzten Erinnerungsfetzen
an unsere Zeit
bald vom Winde verweht ...
© Nelly I.
Auch dieser Tag flieht
flieht in die Zukunft
rasende Stunden, still wie ein Herbsttag -
obschon der Sommer am Himmel glüht
an diesem Tag ...
Der Herbst schlummert noch
im Bauch der Zeit
die Welt ist noch voller Blüte
und Sommergefühle,
Rosendurft, Gartengrün, wohin man blickt -
doch der Tag flieht,
flieht in die Zukunft
in die offenen Arme des Herbstes ...
Im sanften Hinübergleiten
werden die Farben des Sommers übermalt -
Aus dem langsam sterbenden Leib des Sommers
kriecht der Herbstbeginn hervor,
sein Herz gefüllt mit
gelber, kaminroter, rostbrauner Melancholie -
ein neues Gemälde entsteht
vor den Augen der Welt ...
© Nelly I.
Das letzte Kapitel
das Buch in meiner Hand
über Gier, Geiz und Hass -
das Ende der Geschichte
kein Happy End
es musste ja so kommen ...
Wut sät immer nur Hass,
mit Gier lassen sich
keine Träume erzwingen -
am Ende brennt der Besitz,
nachdem man giert, lichterloh,
alles Leben darin erlischt ...
© Nelly I.
(Gedanken zum Buch: Mont-Cinére von Julien Green; eine empfehlenswerte Lektüre!)